Niederschlagsanalyse/Vorhersagen

Im Folgenden werden monatliche Niederschlagsanalysen in Abhängigkeit von ehrenamtlichen Niederschlagsmessungen und Radarmessungen erstellt. Außerdem erfolgt hier auf dieser Seite eine Analyse der aktuellen Lage bei brisanten Wetterlagen wie extremer Trockenheit, ungewöhnlichen Starkniederschlägen oder anderen Unwetterereignissen.

Niederschlagsanalyse 2019

erstellt am 05.01.2020

Niederschlagsanalyse Winter 2019/2020

Im Folgenden werden wir einen Blick auf die Niederschlagsmengen und Abweichungen im vergangenen Winter (Dezember, Januar und Februar), sowie auf die aktuelle hydrologische Situation anhand der Bodenfeuchte werfen.

Die niederschlagsreichsten Stationen im Winter 2019/2020 waren:

  1. Marul AT (1050 m)               429,0 mm

  2. Bad Peterstal BW (450 m)   427,5 mm

  3. Hopfau BW (440 m)             342,6 mm

Davon fiel der Großteil im Februar, der von einer intensiven Westwetterlage geprägt war mit vielen Stürmen und reichlich Niederschlag. Dabei verzeichneten die Stationen in den Weststaulagen der Mittelgebirge die höchsten Mengen. 

 Die trockensten Stationen waren: 

  1. Bad Kösen SH (115 m)   106,5 mm

  2. Ranis TH (380 m)            129,0 mm

  3. Schönewalde BB (79 m)   141,0  mm

Alle Stationen befinden sich im Osten des Bundeslandes. Dies ist typisch für Winter mit ausgeprägten Westwetterlagen, da sich die Wetterfronten vom Atlantik häufig bereits im Westen und in den westlichen Mittelgebirgen abregnen. 

Ein Blick auf die Abweichungen vom langjährigen Klimamittel zeigt, dass der Dezember im Mittel leicht überdurschnittliche Niederschlagsmengen, der Januar größtenteils unterdurschnittliche Mengen und der Februar weitgehend ein sattes Plus brachte. Der Winter lag damit weitgehend deutlich über dem langjährigen Mittel. Dazu war der Winter 2019/2020 im Deutschlandmittel der zweitwärmste seit Wetteraufzeichnungen.

Mit dem sehr nassen Februar sind nun zum Beginn der Vegetationsbeginn die oberen Bodenschichten gut durchnässt. 

 

 

Dies bestätigt auch der Dürremonitor (siehe linke Grafik). Demnach herrscht abgesehen von einem kleinen Gebiet im Osten von Sachsen deutschlandweit im Oberboden bis in eine Tiefe von 25 cm keine Trockenheit mehr. Zudem ist verbreitet genügend pflanzenverfügbares Wasser vorhanden. Ein Blick des Gesamtbodens bis in eine Tiefe von 1.80 m zeigt allerdings im Osten Deutschlands immer noch teilweise große Trockenheit oder starke Dürre, da tiefere Bodenschichten auf Niederschläge deutlich langsamer reagieren. Dort sind die Nachwirkungen des trockenen Jahres 2018 und des trockenen Sommers 2019 immer noch zu spüren. 

Damit bleibt abzuwarten, was die nächsten Monate bringen. Momentan ist keine großartige Änderung der Großwetterlage in Sicht. Das heißt das auch in den nächsten Tagen und in der nächsten Woche mit wechselhaftem Wetter bei nur leicht änderlichen Temperaturen gerechnet werden muss. 

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf die Qualität von Langfristvorhersagen  eingehen, da im Internet von vielen Wetterdiensten diese immer wieder benutzt werden um das Wetter des kommenden Sommers vorherzusagen. Eins vorweg, Sie sollten niemals ihre Planungen nach Monatsprognosen oder Langfristvorhersagen richten!!!

Spaghettiplot 500 hPa Geopotential Vorhersage für den 21 März 00 UTC. Verschiedene Modelllösungen sind in verschiedenen Farben dargestellt. Quelle: www.wetterzentrale.de

 

Die obige Karte zeigt die Vorhersage der einzelnen Modelllösungen anhand von verschieden farbigen Isohypsen (Linien gleicher geopotentiellen Höhe). Wie man sieht ist absolut keine Struktur in Form von Rücken und Trögen mehr zu erkennen. Das heißt wir erhalten ein sehr chaotisches Verhalten und die Vorhersage für den 21 März ist völlig unsicher. Wie die Vorhersage nun für den 20 Juni aussehen würde erklärt sich nun von alleine. Jetzt geben Monatsvorhersage ja auch teils nur Temperaturabweichungen und Niederschlagsabweichungen an. Allerdings lässt sich auch hier erkennen, dass diese keinerlei Nutzen haben, da eine Referenzvorhersage in der einfach das langjährige Mittel plus einer positiven Abweichungen bei der Temperatur in Folge des Klimawandels verwendet wird eine deutlich höhere Trefferquote hat. 

Zusammengefasst kann man sagen, dass Monatsvorhersagen von Wetterdiensten nur verwendet werden um möglichst viele Klicks zu erzeugen. Das Wetter ist viel zu komplex um es über mehrere Monate vorherzusagen.

Bodenfeuchte als Abweichung vom langjährigen Mittel (ungewöhnlich trocken gelb bis außergewöhnliche Dürre dunkelrot) des Oberbodens (bis 25 cm) links und des Gesamtbodens (bis 1,8 m Tiefe) rechts. 

Quelle: www.ufz.de

Abbildung 1: Niederschlagsmengen in mm in Abhängigkeit der geografischen Lage im Jahr 2019

Zunächst werfen wir ein Blick auf die niederschlagsreichsten und ärmsten Stationen im Jahr 2019 im Messnetz.

Niederschlagreichste Stationen:

  1. Marul (AT) 1050 m                                 1980,0 mm

  2. Bad Peterstal (BW) 450 m                     1275,0 mm

  3. Mogelsberg (CH) 660 m                         1111,3 mm

Niederschlagsärmste Stationen:

  1. Großerkmannsdorf (SN) 260 m        468,5 mm

  2. Friedland (NS)  181 m                      477,0 mm

  3. Hohenzieritz (MV) 85 m                   517,2 mm

            Abbildung 2: Niederschlagsanomalie in mm im Jahr 2019

Abbildung 2 zeigt die Abweichungen der Niederschlagsmengen an den einzelnen Stationen im Jahr 2019 aufgeteilt in ein Messgebiet Mitte/Nord, Ost, Süd und West.

Die Orte mit den höchsten Niederschlagsmengen liegen erwartungsgemäß alle im Süden Deutschlands. Marul in Vorarlberg verzeichnete mit Abstand die höchsten Mengen. Dagegen nehmen die Mengen in Richtung Norden und Osten ab. Die trockenste Station liegt in Sachsen mit 468,5 mm. Da in der Nord und Osthälfte im klimatologischen Mittel weniger Niederschlag fällt als in den süddeutschen Mittelgebirgen ist es sinnvoll die Abweichungen vom Klimamittel zu beachten (Abbildung 2). Dabei ergibt sich, dass das Jahr 2019 in Mittel und Norddeutschland sowie in Norddeutschland etwas zu trocken ausgefallen ist, während das Niederschlagsdefizit aus dem Jahr 2018 in Ost und vor allem in Süddeutschland deutlich aufgebessert werden konnte.

 

            Abbildung 3: Boxplotdarstellung der Niederschlagsanomalien der einezelnen Monate im Jahr 2019

Ein Blick auf die Abweichungen der einzelnen Monate ergibt, dass vor allem die Sommermonate sehr trocken ausfielen, während im Herbst und Winter das Defizit wieder größtenteils ausgeglichen wurde. Dabei war im Mittel der Oktober der niederschlagsreichste und der Juli der trockenste Monat.  2019 bestätigte somit die Klimavorhersagen, wonach in Deutschland die Sommer im Mittel trockener und heißer werden und die Winter niederschlagsreicher siehe dazu auch die Rubrik                    .

Die einzelnen Werte der einzelnen Stationen können Sie hier einsehen (alle Daten ohne Gewähr) :

 

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PS: Bei Interesse können Sie sich gerne an den Niederschlagsmessungen beteiligen, damit die Anlaysen und Vorhersagen noch besser werden.  Vielen Dank!

Bei Fragen und Anregungen können sie sich gerne melden.

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